Kurz
Zacharias Faßhauer ist Kontrabassist, Komponist und Theaterschaffender in Frankfurt am Main. Faßhauer ist oft in interdisziplinären Projekten anzutreffen, in der Vergangenheit z.b. zusammen mit Künstler*innen aus Tanz, Zirkus und bildender Kunst und stand auch schon selbst als Tänzer, Jongleur und Skulptur sowie regelmäßig auch als Schauspieler auf der Bühne; u.A. auf Festivals wie:
Impuls Festival (AT), Resis Festival (ES), Spring Festival The Hague (NL), Klangzeit
Festival Münster, 180 Degrees in Sofia (BG), Map & Fold Festival Tübingen, Starke Stücke Festival für junges Publikum, Luaga & Losna (AT), und weiteren.
Faßhauer absolvierte Bachelor Kontrabass an der RSH Düsseldorf und Master Neue Musik an der MH Trossingen, war Stipendiat der International Ensemble Modern Academy und ist aktuell Akademist der TONALi Bühnenakademie.
Faßhauer ist festes Mitglied von Arxis Ensemble in A Coruña (ES) und der Band .onion sowie regelmäßige Aushilfe des Broken Frames Syndicate. Darüber hinaus ist Faßhauer amtierender Geschäftsführer der frankfurter gesellschaft für neue musik (fgnm e.v.).
Kontrabass
Ich habe mit 9 angefangen Kontrabass zu spielen. Ich hätte schon früher angefangen, durfte ich aber nicht (oder es gab keine kleinen Instrumente, das weiß ich nicht mehr). Etwas später habe ich in der Kölner Jazz Szene frei improvisiert und dann trotzdem klassisch studiert. Angefangen habe ich 2013 bei Prof. Detmar Kurig in Düsseldorf. Vereinzelte Berührungen mit dem Studio Musikfabrik, und über den unglaublichen Prof. Rüdiger Bohn kam ich schrittweise zur Neuen Musik. 2015 zog ich meinem Prof. Detmar Kurig nach Trossingen hinterher, wo ich dann auch so richtig studierte. Dort lernte ich Sven Kiebler kennen, der mich endgültig zur Neuen Musik brachte, leidenschaftlich und unumstößlich. Und dann habe ich eben das gemacht, was man dann so macht, für die Neue Musik. Darmstädter Ferienkurse 2018 (im Studio Uli Fussenegger), mehrfach Klangspuren Schwaz, Impuls Festival Graz (im Studio Dario Calderone), nebenher verschiedene Kammermusikensembles. Ich machte dann einen Master in Neue Musik in Trossingen, der einige Vorteile hatte, weil es dort eben kein richtiges Programm für Neue Musik gab: Ich konnte soviel Unterricht nehmen wie ich wollte, und konnte mich fast überall dazu setzen. Ich machte Tanzprojekte mit, nahm Kompositionsunterricht, lernte über Elektronik und viel über neue Musik, neben Kurig und Kiebler auch bei viel Prof. Sonja Lena Schmid. Nach meinem Abschluss 2020 hatte ich das Glück zur Internationalen Ensemble Modern Academy zu gelangen, wo ich sehr viel von Paul Cannon lernen durfte. Danach bin ich in Frankfurt am Main geblieben, und spiele viel hier, eigene Projekte wie die ContemPunk Band .onion, solo, oder als Gast mit den hier ansässigen Ensembles wie zum Beispiel dem Broken Frames Syndicate. Irgendwie bin ich außerdem bei Ensemble Arxis in Spanien gelandet, was sehr viel Spaß macht.
Theater
Ich liebe Theater. Das weiß ich aber erst seit ein paar Jahren, weil das mich das Theater in meiner Jugend erfolgreich verschmähte. Oder aber: in der 3. Klasse hat mir mein Freund Markus die Hauptrolle im Schultheater gestohlen, weil ich ihm durch eine Kunstpause die Gelegenheit dazu gab, und das Trauma hielt lang.
Erst im Musikstudium in Trossingen kam ich langsam über Tanz- und Zirkusprojekte (mit Jongleurin Ria Rehfuß) ans Theaterspiel, sowie durch Kontrabasssolostücke mit Sprechtext wie “Failing” (Tom Johnson), “Valentine” (Jacob Druckman), “Taxi” (Joelle Leandre) und andere. Nach der IEMA, arbeitslos und glücklich, erwischten mich dann zufällig Lilian Halfen und Ossian Hain vom Theater Grüne Soße bei einem Konzert. Daraus wurde dann eine Zusammenarbeit für das Stück “Am Hafen mit Vogel”, das auch immer noch ab und zu läuft. Eigentlich sollte ich da bloß für Komponieren und ein bisschen Bass spielen, aber ich habe mir Zeile um Zeile Text erkämpft und gewonnen! Danach habe ich immer wieder bei Theaterproduktionen mitgewirkt. 2024 wurde in Hamburg dann mein erster eigener Langtext aufgeführt, unter dem Titel “Verwendungsnachweis, Sachbericht an eine Akademie” wird darin das Projekt Menschheit mit dem Verwendungsnachweis zum Abschluss gebracht. Besonders Spaß machen mir aber Projekte mit uneindeutigen Formaten, wie zum Beispiel bei inverse_city zusammen mit Sophia Hegewald, oder der Exupery Adaption Nachtflug (Jonas Harksen, Lisa Freiberger, Ariana Battaglia, Sascha Etezazi).
Kulturmanagement
Die MH Trossingen war zwar toll zum studieren, aber ansonsten gab es in der Kleinstadt nicht viel zu tun. Aus bloßer Langeweile (und nichts sonst) ließ ich mich für AStA und Senat aufstellen, wo ich neben der Gremienarbeit in der Hochschule zum ersten Mal kleine Veranstaltungen organisierte. Später, 2021, vermittelte mich dann eine Ex-Kommilitonin zum Netzwerk Neue Musik, für die ich dann etwa anderthalb Jahre das Landesjugendensemble Neue Musik organisiert habe. Ungefähr zur gleichen Zeit bekam ich einen Platz in der TONALi Bühnenakademie, bei der ich seitdem über das Kulturmanagement in Kunst-sozialen Projekten lerne, und solche durchführe. All dies führte mich 2022 zur frankfurter gesellschaft für neue musik – fgnm e.V., ich übernahm die Geschäftsführung und verließ dafür das Netzwerk Neue Musik. Für die fgnm organisierte ich vor Allem das Jubiläumsfestival “Handkäs mit Neuer Musik”, sowie unbedeutendere Lokalpolitik. 2024 habe ich zusammen mit Teresa Grebchenko das Festival Rathenower Tage für Neue Musik – RTFNM gegründet, ein neues, heißes, Festival für Neue Musik und kritischen Diskurs in der gleichnamigen Kleinstadt.